RODIN der Film im Kino

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Published on 2017/07/22 by jsabot

Biopic über RODIN!

Auguste Rodin (1840 – 1917) war alles andere als ein einfacher Mensch. Ein Genie unter den Künstlern, ja, aber ebenso unberechenbar wie kompromisslos, ebenso verletzend wie verletzlich, ebenso unangepasst wie nach Anerkennung gierend. Wenn etwas seine Begabung übertraf, dann höchstens seine bulimische Leidenschaft für das Leben, die Liebe und die Kunst.

Allen dreien setzt Regisseur Jacques Doillon („Ponette“, „Le Jeune Werther“) mit diesem hoch emotionalen Porträt ein Denkmal jenseits des klassischen Biopics. Hervorgegangen aus den Vorbereitungen zu einem nie gedrehten Dokumentarfilm, widmet AUGUSTE RODIN dem rastlosen Schaffen des genialen Bildhauers ebenso viel Raum wie seinem von dramatischen Widersprüchen geprägten Privatleben.

Mit Frankreichs gefeiertem Charakter-Star Vincent Lindon („Der Wert des Menschen“, „Ohne Schuld“) fand Regisseur Doillon einen Hauptdarsteller, der dem revolutionären Künstler eindrucksvoll Leben einhaucht, ohne jemals um Sympathie zu buhlen. Lindon  nahm ein Jahr lang Unterricht bei einem Bildhauer, um sich Rodins Arbeitsweise überzeugend anzueignen. Seine Muse Camille Claudel, mit der ihn eine stürmische, letztlich tragische Liebesbeziehung verband, wird von der Schauspielerin und Rocksängerin Izïa Higelin („Heute bin ich Samba“) verkörpert, seine Lebensgefährtin Rose, die Rodin erst in seinem Todesjahr heiratete, von Séverine Caneele („Holy Lola“).

AUGUSTE RODIN feierte im offiziellen Wettbewerb der diesjährigen 70. Filmfestspiele von Cannes seine Weltpremiere.

Kurzinhalt:
Paris, 1880. Der ebenso skandalträchtige wie erfolgreiche Bildhauer Auguste Rodin (Vincent Lindon) wähnt sich am Ziel seiner Träume. Mit 40 Jahren erhält er seinen ersten Staatsauftrag: „Das Höllentor“ – inspiriert von Dantes „Göttlicher Komödie“ – soll als Bronzeportal den Eingang des neuen Kunstgewerbemuseums im Pariser Louvre schmücken. Sechs Meter hoch und vier Meter breit, setzt sich das gigantische Hochrelief aus später so berühmten Einzelskulpturen wie „Der Denker“ und „Der Kuss“ zusammen – eine alles verschlingende Arbeit, die zu Rodins Lebenswerk wird. Eine Phase manischen Schaffens beginnt, die durch Rodins Begegnung mit der hochtalentierten, 24 Jahre jüngeren Camille Claudel (Izïa Higelin) noch intensiver wird. Mehr als ein Jahrzehnt lang ist seine Schülerin auch seine Geliebte, eine Beziehung zwischen zwei Genies, die ebenso leidenschaftlich wie turbulent verläuft. Denn Camille ist eine emanzipierte Frau, Rodin handwerklich absolut ebenbürtig und – genau wie Rodin – ihrer Zeit weit voraus. Anerkennung für diese Qualitäten verwehrt das Genie ihr aber zeit seines Lebens. Dass sie ihn nicht nur mit seiner Lebensgefährtin, der Bauerntochter Rose Beuret (Séverine Caneele), teilen muss, sondern auch mit zahlreichen anderen Affären, führt schließlich zum Bruch. Inspiriert von der Modernität seiner Geliebten stürzt sich Rodin mit noch größerer Besessenheit in seine Arbeit, erlebt Triumphe und Niederlagen – und gilt mit 60 Jahren schließlich als wohl größter Bildhauer aller Zeiten, vergleichbar nur mit Michelangelo…

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