„Der Landarzt von Chaussy“ auf DVD

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Published on 2016/08/29 by jsabot

Über den Film „DER LANDARZT VON CHAUSSY“ mit „Ziemlich Beste Freunde“ Star Francois Cluzet

Dr. Jean-Pierre Werner (François Cluzet) ist Landarzt aus Leidenschaft, sein Beruf steht an erster Stelle. Bei ihm zählt jeder einzelne Mensch, seine Therapie geht weit über medizinische Diagnosen hinaus. Er kennt seine Patienten oft seit vielen Jahren, nimmt sich Zeit für sie, hört ihnen aufmerksam zu. Die Dorfbewohner vertrauen ihm, schätzen ihn, ihren Landarzt, und seine Arbeit.

Ärzte sind auch nur Menschen und können krank werden

Doch plötzlich erreicht ihn die Diagnose, dass er einen nicht operablen Tumor in der linken Gehirnhälfte hat. Sein befreundeter Medizinerkollegen Michel Norès (Christophe Odent) rät ihm, eine Chemotherapie zu beginnen, die gute Heilungschancen böte, sich mehr Ruhe zu gönnen und einen Stellvertreter für seine Arbeit zu suchen. Jean-Pierre verlässt übereilt das städtische Krankenhaus und kehrt zurück zu sich aufs Land, schließlich stehen Hausbesuche auf dem Programm: bei einem älteren Bauern, bei verschiedenen Familien und bei seiner Mutter (Isabelle Sadoyan). Das Wartezimmer seiner Landarztpraxis, in deren oberen Räumen er auch wohnt, ist immer voll. Dr. Werner hat keine Zeit zum Grübeln, die Sprechstunde beginnt und seine Krankheit behält er für sich.

Als am späteren Abend eine fremde Frau bei ihm in der Praxis auftaucht, wird Jean-Pierre (Der Landarzt von Chaussy) wieder mit der Realität konfrontiert. Die Frau stellt sich als Nathalie Delezia (Marianne Denicourt) vor. Sie ist Ärztin, von Michel Norès geschickt. Und sie ist Feuer und Flamme für einen Job als Landärztin an Jean- Pierres Seite. Sofort wird klar, dass Jean-Pierre keine Hilfe will. Er ist skeptisch und traut ihr die Tätigkeit nicht zu. Nur widerwillig gibt er ihr eine Chance.

Die Praktikantin (Marianne Denicourt)

Am nächsten Tag beobachtet er sie im Gespräch mit einem Patienten. Er fährt jedoch aufgebracht dazwischen, weil sie den Patienten nie habe ausreden lassen und so zu einer falschen Diagnose gekommen sei. 90 Prozent der Diagnosen kämen stets von den kranken Menschen selber, sagt er barsch. Nathalie, die zehn Jahre als Krankenschwester gearbeitet hat, bevor sie ihr Medizinstudium begann, begleitet Jean-Pierre später zu Hausbesuchen, im Auto herrscht Stille. Jean-Pierre fühlt sich unwohl mit ihr an der Seite. Als sie beim ersten Patienten ankommen, schickt er Nathalie alleine vor. Er will sie erneut testen, sehen, wie sie sich schlägt. Doch nachdem ihr der Patient den Zutritt in sein Haus verweigert hat, weil er nur von Dr. Werner untersucht werden will und sie im Anschluss im Hof des nächsten Patienten von einer Schar Gänse attackiert wird, ist sie sichtlich empört über das Verhalten des Landarztes. Nathalie will wissen, warum er sie so schlecht behandelt. Unterkriegen lässt sie sich nicht. Wütend schlägt sie die Autotür zu, verscheucht schimpfend die Gänse und marschiert ins Haus des Patienten. Das imponiert Jean-Pierre. Ihren Vorschlag, dass sie künftig doch alle Hausbesuche übernehmen könne, während er in der Praxis die Sprechstunden betreut, schlägt er dennoch aus. Und so fahren sie auch gemeinsam zu dem 92-jährigen bettlägerigen Sorlin (Guy Faucher), der seit zwei Jahren zu Hause gepflegt wird. Nathalies Rat, ihn zu hospitalisieren, lehnt Jean-Pierre ab. Er habe Sorlin versprochen, dass er zu Hause bleiben kann. Das Krankenhaus mache ihn nur noch kränker. Dank seines Engagements und der Unterstützung von Pflegekräften aus dem Dorf hat er ihm die Pflege zuhause ermöglicht.

Landarzt im Not (Francois Cluzet French Dustin Hoffman)?

Bei Jean-Pierres nächster Untersuchung im Krankenhaus rät ihm sein Freund Michel Norès eindringlich zu mehr Ruhe, sein Blutbild sei zu schlecht. Wofür habe er ihm Nathalie denn geschickt? „Um mich zu nerven. Ich brauche niemanden“, antwortet Jean-Pierre (Francois Cluzet). Doch Michel redet eindringlich auf ihn ein: Er weiß, dass sich Jean-Pierres Zustand massiv verschlechtern wird.

Nathalie beißt sich derweil durch. Sie nimmt Jean-Pierre die Hausbesuche ab und meistert ihren Job mit Bravour und Souveränität. Die beiden raufen sich zusammen, Jean-Pierres harte Schale bekommt erste Risse. Auch die Dorfbewohner schätzen Nathalies Arbeit. Immer noch hat Jean-Pierre niemandem von seiner Krankheit erzählt. Mittlerweile kann er alle Dinge, die sich auf der linken Seite seines Sichtfelds befinden, nicht mehr sehen. Regelmäßig muss er ins Krankenhaus zur Chemotherapie. Michel drängt ihn, sich endlich Nathalie anzuvertrauen.

Schließlich fasst Jean-Pierre den Entschluss, sich Nathalie zu öffnen. Doch prompt wird ihr gerade erst so mühselig aufgebautes harmonisches Arbeitsverhältnis wieder erschüttert: Nathalie hat den alten Sorlin wegen Verdacht auf Embolie ins Krankenhaus überwiesen. Jean-Pierre kocht vor Wut und wirft Nathalie aus seiner Praxis. Ein plötzlicher Notruf des Bürgermeisters Maroini (Patrick Descamps), der sich auf einer Baustelle schwer verletzt hat, zeigt Jean-Pierre jedoch, dass er ohne Nathalie aufgeschmissen ist – gelingt es den beiden, sich erneut zusammen zu raufen und wird Jean-Pierre seine Krankheit besiegen?

3 Fragen an THOMAS LILTI (Regisseur)

Was hat Sie daran gereizt, nach HIPPOCRATE nun eine Geschichte über einen Landarzt zu erzählen?

Bevor ich selbst Filme drehte, war ich ja Arzt. Diese Tätigkeit hatte mich des Öfteren in ausgesprochen ländliche Gegenden geführt. Die Jahre, in denen ich als junger Assistenzarzt immer wieder Landärzte zu vertreten hatte, die praktisch über alles in ihrer Umgebung Bescheid wussten, empfand ich als ungeheuer bereichernd. Als ich dann Filmregisseur wurde, war es für mich schlichtweg das Naheliegendste, diese Erfahrungen filmisch umzusetzen. Und was die Handlung betrifft, so gibt es ja kaum eine romanhaftere Figur als die eines Landarztes.

Landärzte sind ja wahre Volkshelden, die von den Leuten verehrt werden… Leider handelt es sich aber um eine Spezies, die vom Aussterben bedroht ist!

Es wäre sehr wichtig, etwas gegen den zunehmenden Ärztemangel auf dem Land zu unternehmen und alles dafür zu tun, dass diese Ärzte nicht verschwinden. Für mich ist das ein soziales Anliegen von hoher Priorität, und daher habe ich beschlossen, es ins Zentrum des Films zu rücken. Aufgrund der Verödung ganzer Landstriche tendiert der Beruf des Landarztes ja leider tatsächlich dazu, allmählich zu verschwinden. Auch deshalb wird der Landarzt heute mehr denn je als positiver Held wahrgenommen. Er erfüllt eine sehr wichtige soziale Funktion, ist Bindeglied zwischen den Generationen und sorgt dafür, dass sich seine Patienten weniger einsam fühlen. Es lag mir sehr am Herzen, mich vor diesem Berufsstand zu verneigen, dessen Bedeutung mir schon klar wurde, als ich selbst als junger Arzt Praxisvertretungen in der Normandie oder in den Cevennen übernahm. Die damaligen Erfahrungen hatten mir überdies Gelegenheit verschafft, mit ganz außergewöhnlichen Frauen und Männern zusammenzuarbeiten.

Werden alle Filmfiguren einschließlich der Patienten von professionellen Schauspielern gespielt?

Ja, mit einer einzigen Ausnahme, nämlich dem Bauern, dem François (den „Der Landarzt von Chaussy“ spielt)  ganz zu Beginn des Films einen Verband anlegt. Er ist der Eigentümer des Bauernhofs, in dem wir drehten. Die Szene hatten wir kurzerhand improvisiert und schließlich im Film beibehalten.

DER LANDARZT VON CHAUSSY auf DVD und VOD im Verleih von Alamode Filmverleih überall im Kino

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