IT IS ALL ABOUT... "The artist"
© Delphi Verleih
Hollywood 1927. George Valentin steht im Zenit seines Ruhms. Der größte Filmstar aller Zeiten. Die Frauen liegen dem unvergleichlichen Charmeur und Draufgänger zu Füssen. Er sonnt sich im Blitzlichtgewitter, die Herzen der Massen fliegen ihm zu. Doch tief im Innern ist er nichts als ein liebenswerter, unreifer Junge, dessen Dasein mit einer blasierten Ehefrau in einem pompös erdrückenden Mausoleum von Hollywood-Villa belanglos dahin läuft.
Als er Peppy Miller entdeckt, eine Tänzerin aus der dritten Reihe, ist er von ihrer unbekümmerten Frische fasziniert. Ohne Hintergedanken hilft er der jungen Schönen, die sich voll ansteckender Begeisterung und ohne jede Berechnung in die Welt der magischen Studios stürzt, sich einen Platz zu ergattern. Dort wo die Scheinwerfer aufleuchten, die Kameras sich bewegen und die Filmteams gegenseitig befeuern. Bis sie aus seinem Gesichtsfeld verschwindet.
Dann kommt der Tonfilm. Wie im Sturm fegt er die plötzlich veraltete Kunst des George Valentin hinweg und erobert die Leinwände. Doch George ist zu stolz und zu gefangen von seinem Ruhm und Erfolg, als dass er sich nicht mit aller Kraft dagegen anstemmen würde. Er weiß nicht, dass er nicht nur einen Körper, ein Gesicht hat, das die Massen verzaubert, sondern auch eine Stimme.
Das ist sein Untergang. Während die kleine Peppy, der er so selbstlos geholfen hat, wie ein Komet am Firmament des neuen Kinos aufsteigt, steckt er voller Trotz sein ganzes Vermögen in „Tears of Love“. Eine gigantische Großproduktion der alten Schule. Er überwirft sich mit seinem Produzenten und übernimmt selbst die Regie. Mit allen Schikanen, den gewagtesten Stunts, Kämpfen im Dschungel und heißblütigen Küssen, rasanten Verfolgungsjagden, tödlichen Wüsten-Gefahren und galanten Auftritten im Frack. Noch einmal produziert George sein strahlendstes Lächeln, sein hinreißendstes Augenzwinkern bei diesem Film-Abenteuer, dessen Spielfreude sein ganzes Leben ausmacht.
Am Tag der Premiere startet auch Peppys neuer Film, bei dem ihr Name noch über dem Titel steht und der die Fotostrecken der Glamourmagazine füllt. „Tears of Love“ wird ein desaströser Flop, Peppys Film der Blockbuster des Jahres. Erschüttert sieht George die Handvoll seiner Zuschauer, die sich zwischen den leeren Kinostühlen verlieren und einem Liebespaar zusehen, das nicht sprechen kann, Schusswechsel verfolgen, die nicht knallen. In seiner Verbitterung bemerkt er nicht, dass unter ihnen im Dunkel eine junge Frau sitzt, die zu Tränen gerührt seine schneidigen Abenteuer auf der Leinwand mitansieht. Peppy Miller.
Seine Villa, sein ganzer Besitz kommt unter den Hammer. In seiner Zerknirschung, Opfer eines grausamen, ungerechten Schicksals zu sein, vergräbt George sich immer tiefer in seinen Weltschmerz. Er verlässt seine Frau, die ihm keine Träne nachweint, selbst die besten Freunde wenden sich von dem Verbohrten ab. Allein, mit dem treuergebenen Butler und seinem Hund Jack, vegetiert er in einer armseligen Behausung und betrinkt sich, während er sich schluchzend seine einstmals ruhmreichen Filmeskapaden vorführt. Auch als Peppy alles unternimmt, um ihn aus seinem Schmerz zu erlösen, selbst als sie ihn zu sich bringt und er entdeckt, dass sie heimlich seinen Besitz ersteigert hat, um ihn bei sich aufzubewahren, kann George sich nicht überwinden, sein Schicksal, das in Wahrheit seine Selbsttäuschung ist, zuzulassen und wieder aufzustehen. Zu tief sitzt die Kränkung des kleinen Jungen, der er immer noch ist.
Als auch der Butler ihn schließlich verlässt, um in Peppys Dienste zu treten, setzt George das Letzte in Brand, was ihm geblieben ist: die Zelluloid-Rollen seiner Erfolge. In letzter Sekunde wird er, mit Jack auf den Armen, aus den Flammen gerettet. Erst jetzt, als er den Boden seines Absturzes erreicht hat, kann er die Hand nehmen, die ihm Peppy entgegenstreckt, und ihre Liebe annehmen. Diese Hand, die ihn dorthin zurückbringt, wo alles begann. Ins Licht der Studios, zu den Kameras, vor denen sie gemeinsam einen Stepptanz hinlegen. Leidenschaftlich, mit atemberaubend spielerischer Perfektion und atemlos glücklich. So wie sie sich kennengelernt haben. Gereift strahlt George mit ihr endlich wieder das aus, wofür ihm einst die Massen zu Füßen lagen: Zuversicht. Und entdeckt plötzlich, dass er eine Stimme hat.
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