Ein Lied in Gottes Ohr_Coexister

Treffen sich ein Priester, ein Rabbi und ein Imam – „Ein Lied in Gottes Ohr“ (Coexister) von Fabrice Éboué

Bei Nicolas Lejeune (Fabrice Éboué), Musikproduzent in Paris, kriselt es familiär und auch beruflich. Seine Frau Lou (Bérénice Achille) kann ihm einen Seitensprung nicht verzeihen und seine Chefin Sophie Demanche (Mathilde Seigner) setzt ihn unter Druck. Das Label, für das er arbeitet, stagniert seit zwei Jahren und die strenge Vorgesetzte fordert nur eins: Gewinne einfahren! Um Fabrice’s Unternehmergeist zu wecken, stellt sie ihm eine heikle Herausforderung: In sechs Monaten muss er einen neuen Star finden und dessen Song im ausverkauften Olympia Konzertsaal präsentieren – sonst verliert er seinen Posten! Gemeinsam mit seiner quirligen Assistentin Sabrina (Audrey Lamy) macht er sich auf die Suche nach verheißungsvollen musikalischen Talenten, doch die Auswahl gestaltet sich schwierig. Auf einer Kostümparty kommt Fabrice die Idee, eine ökumenische Band unter dem Namen „Coexister“ auf die Beine zu stellen – bestehend aus einem Priester (Guillaume de Tonquédec), einem Rabbi (Jonathan Cohen) und einem Imam (Ramzy Bedia) – und sie Lieder über die Vielfalt und das Zusammenleben singen zu lassen. Doch die drei (vermeintlich) Geistlichen, die er dafür engagiert, haben Schwierigkeiten, sich aufeinander einzustellen und sind bei Weitem keine Heiligen…

Chansons, Chansons..

Mit „Ein Lied in Gottes Ohr“ bringt Fabrice Éboué seinen bereits dritten Kinofilm auf die große Leinwand. Der Inhalt ist schnell zusammengefasst: Drei Religionsvertreter sollen als Band die Standards des französischen Chansons interpretieren, um einem orientierungslosen Musikproduzenten (von Éboué selbst gespielt) aus der Patsche zu helfen. Das klingt zunächst weder musikalisch, noch filmisch nach einer besonders guten Idee. Doch falsch gedacht! Die Schauspieler Jonathan Cohen, Ramzy Bedia und Guillaume de Tonquédec singen (erstaunlich) gut und bringen ihre Zuschauer den ganzen Film hindurch herzhaft zum Lachen.

3 Priester sind unterwegs

Fabrice Éboué ist nicht nur Schauspieler und Regisseur, sondern hat vor allem auch als Humorist und Comedian Bekanntheit erlangt. Sein neuestes filmisches Werk ist von der Erfolgsgeschichte des französischen Gesangstrios „Les Prêtres“ inspiriert – drei Priester, die zwischen 2010 und 2014 mehrfach in den Charts landeten und in Frankreich, Belgien und der Schweiz unzählige CDs verkauften. Er nutzt diesen Background und verschärft ihn. Was dabei entsteht, erinnert stark an eine musikalische Sitcom mit ironischem Blick auf die schillernde Welt des Showbusiness.
Musik ist keine Frage von Rentabilität, beweist uns diese Komödie. Außerdem präsentiert sie uns ein Miteinander der drei großen monotheistischen Weltreligionen und spielt mit den immer noch bestehenden Klischees in den Köpfen der Menschen. Das Ganze jedoch mit viel Humor umgesetzt und ohne den moralischen Zeigefinger zu hoch zu heben. „Ein Lied in Gottes Ohr“ nimmt die religiösen Spannung innerhalt der Gesellschaft nicht zu ernst und droht deswegen auch nicht, den Respekt über den Glauben zu verlieren!
Diese angenehme Leichtigkeit und das skurrile, aberwitzige Trio um Cohen, Bedia und de Tonquédec sind zwei gute Gründe, warum es sich lohnt, den Film zu gucken. Fazit: Wieder eine gelungene französische Komödie!
• Schauspieler: Fabrice Éboué, Audrey Lamy, Jonathan Cohen, Guillaume de Tonquédec, Ramzy Bedia etc.
• Regie: Fabrice Éboué
• Laufzeit: ca. 90 Min.
• Sprachen: Deutsch, Französisch

Trailer anschauen

Ein Lied in Gottes Ohr (Coexister) – ab 26. Juli 2018 im Kino.

 

Ein Beitrag von Vanessa Most

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