lieber leben patients grand corps malade

Über Schicksalsschläge und die Kraft der Freundschaft : „Lieber leben“ ( Patients ) erzählt ein Kapitel aus dem Leben von Grand Corps Malade

Inkomplette Querschnittlähmung

Nach einem schweren Unfall beim Kopfsprung ins Schwimmbad wird Benjamin (Pablo Pauly), genannt Ben, mit einer erschreckenden Diagnose konfrontiert: inkomplette Querschnittlähmung ! Der Sportstudent und begeistere Basketballspieler wird in eine Rehabilitationsklinik verlegt und dort behandelt. Aufstehen, sich selbst anziehen, gehen, eigenständig essen – all das ist nun keine Selbstverständlichkeit mehr und Ben muss Schritt für Schritt lernen, die motorische Kontrolle über seinen Körper zurückzugewinnen. Ein harter täglicher Kampf , doch er ist nicht allein: In der Klinik lernt er andere Menschen mit Behinderung kennen – jeder von ihnen bringt s eine eigene bewegende Unfall – und Lebensgeschichte mit. Schon bald entwickelt Ben eine besondere Verbundenheit zu dem seit seiner Kindheit an den Rollstuhl gefesselten Farid ( Soufiane Guerrab ), sowie zu seinen Mitpatienten Toussaint ( Moussa Mansaly) und Steeve (Franck Falise). Zwischen Enttäuschung, Verzweiflung und Resignation, aber auch zwischen Humor, Hoffnung und Freundschaft , versuchen die jungen Männer , alle Schwierigkeiten zu überstehen und gemeinsam stark zu bleiben…

Mit „Lieber leben“ inszeniert Fabien Marsaud alias Grand Corps Malade in Zusammenarbeit mit Mehdi Idir die Verfilmung seines gleichnamigen autobiografischen Romans. In seinem Regiedebüt erzählt der in Frankreich eigentlich aus der Poetry – Slam – Szene bekannte Künstler von seiner eigenen Rehabilitationsphase, nachdem ein schwerer Unfall 1997 seinen Unterleib teilweise lähmte. Bei der Drehbuchentwicklung half ihm die Autorin Fadette Drouard. Das Rehabilitationszentrum in dem der Film gedreht wurde, ist dasselbe in dem Grand Coprs Malade damals auch wirklich seine Therapie in Anspruch nahm. Viele Momente im Film beruhen auf tatsächli ch erlebte n Situationen und Erfahrungen des Regisseurs.

Das Leben ist schön

Nur auf den ersten Blick steht das Thema ‚Leben mit Behinderung‘ im Fokus der Geschichte. Denn neben Verzweiflung und Angst geht es in „Lieber leben“ vor allem auch um Träume, Zusammenhalt, Andersartigkeit und die Herausforderungen des Erwachsenwerdens. Der Film zeigt mit viel Gefühl und einer gelungenen Portion Leichtigkeit, wie das Schicksal Menschen in einem Reha – Zentrum nicht nur zusammenführen, sondern vor allem auch zusammenschweißen kann. Jede Verbesserung zählt und gemeinsam sind wir stark, lautet dabei das Motto.

Es ist ein Film über Menschen, die große Pläne hatten und sie durch Schicksalsschläge plötzlich wieder aufgeben mussten. Es ist aber auch ein Film über Menschen, die sich trotz ihrer unerwünschten Lage nicht entmutigen lassen und gelernt haben, über das eigene Unglück zu lachen. Vor allem aber ist es ein Film über ganz besondere Freundschaften – und wie sie einem den Optimismus schenken können, den es braucht, um eine große und plötzliche Lebenskrise zu überstehen.

Grand Corps Malade und Mehdi Idir ’s Langfilmdebüt überzeugt außerdem mit einer großartigen Besetzung: Den jungen Schauspielern – darunter u.a. Pablo Pauly, Soufiane Guerrab und Moussa Man saly – gelingt es spielerisch und realitätsnah, den Zuschauer vom Kinosaal in die Welt der Rehabilitation und des Aufbautrainings zu holen. Ganz ohne Kitsch, Klischees und Melodrama berühren und amüsieren sie zugleich – dem Witz und Galgenhumor des Films sei Dank.

Fazit: Absolut empfehlenswert!

  • Schauspieler: Pablo Pauly, Soufiane Guerrab, Moussa Mansaly, Nailia Harzoune
  • Regie: Grand Corps Malade, Mehdi Idir
  • Laufzeit: ca. 110 Min.
  • Lieber leben (Patients) ab 14 Dezember 2017 im Kino!

 

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