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33. Französische Filmtage Tübingen & Stuttgart: Christopher Buchholz im Interview

Neues Jahr, neues Interview, neues Festival! Die Französischen Filmtage Tübingen und Stuttgart werden zum 33. Mal fortgesetzt und wir konnten Christopher Buchholz, Leiter der Französischen Filmtage Tübingen und Stuttgart, interviewen! Wie immer war’s eine Vergnügung!

Die Französischen Filmtage Tübingen und Stuttgart finden vom 02. bis 09. November 2016 statt!

Dieses Jahr wird das zentrale Thema die Familie sein, wieso?

Christopher Buchholz: Das Thema Familie hat sich im Laufe des Jahres von alleine ergeben! Es gab so viele Filme, die mit der Familie als Thema zu tun hatten, so dass wir uns ganz selbstverständlich für das Thema entschieden haben! Z. B. der Film „Cette quoi cette famille mit Julie Gayet, die ständig wieder heiratet und 4 Kinder von verschiedenen Vätern hat, „Personal Shopper“ mit Kirsten Stewart von Olivier Assayas, wo eine Schwester ihren verstorbenen Bruder sucht, Adopte un veuf“ (Gemeinsam wohnt man besser) wo es um eine WG für Renter geht oder „Le fils de Jean“, in dem ein Sohn erfährt dass sein Vater aus Kanada stammte und er entscheidet sich nach Kanada zu gehen um den Spuren seines Vater zu folgen, uvm.

Französische Filme laufen ziemlich gut in Deutschland, vor allem Komödien! Glauben Sie, dass französische Filme trotz allem immer noch als elitär und intellektuell bezeichnet werden?

Christopher Buchholz: Ja, leider, die Antwort ist eigentlich sehr einfach … In Deutschland wird alles was nicht „Popcorn“ ist,  als intellektuell betrachtet! Für die Deutschen gibt es „Entertainment“ und den Rest! In Deutschland lernen Studenten, die Kino & Medien studieren, „Produkten“ zu machen, die sich gut im Ausland und im Fernsehen verkaufen werden. Dagegen stehen in Frankreich z. B. Drehbücher und Regisseure viel mehr im Fokus und bekommen viel mehr Aufmerksamkeit – nicht nur das „Produkt“. Ein durchschnittlicher Film aus Frankreich ist an sich viel intellektueller, Franzosen nehmen „Kino“ viel ernster, es ist eine Kunst!!!

Es werden noch mehr Filme gezeigt als nie zu vor! Wie viele Filme sind es insgesamt?

Christopher Buchholz: Ja, es stimmt – wir sind dieses Jahr in noch mehr Städten als früher! Wie in Reutlingen z. B. im Kino Camino und im Cineplex fürs Schulkino! Das Schulkino wird auch fortgesetzt und ist von Jahr zu Jahr immer erfolgreicher geworden (alle Vorstellungen sind quasi schon im Voraus ausverkauft)! Wir sind auch in folgenden Städten vertreten: Mössingen, Tübingen, Bad Urach, Rottenburg, Stuttgart!

Ja, ich finde es wichtig, jedes Jahr etwas Neues, was Besseres zu machen, deshalb zeigen wir noch mehr Filme: über 100 Filme insgesamt!

Schweiz als Fokus dieses Jahr? Warum?

Christopher Buchholz: Weil ich seit immer eine Retrospektive über Lionel Baier machen wollte! Obwohl er noch relativ jung ist, hat er schon eine grosse Filmografie (vergleichbar mit Xavier Dolan)und ich möchte vor allem die neue Generation an Regisseuren in den Vordergrunde stellen. Ich wollte auch dass wir ab jetzt einen stärkeren Fokus bekommen, dieses Jahr ist es die Schweiz, mit mehr Filmen aus diesem Land und so werden wir uns in den nächsten Jahren z. B. auf Kanada und Belgien fokussieren!

Als Eröffnungsfilm zeigen Sie „Ma loute“ (Eine feine Gesellschaft) von Bruno Dumont mit Fabrice Luchini und Juliette Binoche. Warum dieser Film, es ist schon sehr mutig?!

Christopher Buchholz: Ja, der Film wurde in Cannes gezeigt, er ist einer der besten Filmen gewesen! Ich finde Bruno Dumont unglaublich, ich vergleiche normalerweise keine Leute aber ich könnte ihn mit Federico Fellini vergleichen. Der Film ist eine Meisterwerk, schön, einfach unglaublich! Der Film ist pure Burlesque…

Welche speziellen Events erwarten uns dieses Jahr?

Christopher Buchholz: Daniel Cohn-Bendit kommt als Special Gast für eine Diskussion über die aktuelle Situation in Frankreich! Cinéconcert (Kino Live Musik), mit dem Forum Afrika, wie immer! Die Retrospektive von Lionel Baier u.v.m –> alle Details HIER

Das Maskottchen des Festivals ist ein Gorilla! Woher kommt er?

Christopher Buchholz: Ich wollte ein starkes Symbol auswählen, gleichzeitig auch was Nettes! Viele Festival haben auch ein Tiere-Symbol aber es sind ehr Wappen. Sie sind keine lebendige Tiere, wie beispielsweise der Löwe aus Venedig oder de Berliner Bär. Und alle diese Wappen hatten für mich keine Bedeutung, außer die Stadt zu repräsentieren – deshalb wollte ich was anderes!

Als ich 6 war habe ich „2001 odyssee im Weltraum“ mit meinem Vater gesehen, und ab diesem Moment habe ich’s gewusst! Gorillas sind auch ein Spiegel unserer Gesellschaft und die Gorillas sind uns ähnlich. Sehen Sie ihn mit der Kamera auf dem Logo, er macht quasi ein Selfie und filmt sich selbst. Es sagt schon viel über unsere Gesellschaft.

Voila, Merci Christopher, Bon Festival!

Alle Daten übers Festival finden Sie direkt auf der Seite der Französischen Filmtage Tübingen und Stuttgart!

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